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Klassik Heute (Germany) 10/10/10

Heinz Braun


Klassik Heute
L’amour et la foi - Vokalmusik von Olivier Messiaen Wertung: 10 / 10 / 10
http://www.klassik-heute.de/4daction/www_medien_einzeln?id=21502
Aufgrund ihres hohen technischen und musikalischen Anspruches ist Olivier Messiaens Chormusik im gegenwärtigen Konzertleben leider viel zu wenig präsent. Ihr gerecht zu werden, gelingt nur Spitzenchören. Dazu kann man getrost die beiden Vokalensembles zählen, die sich für die vorliegende Aufnahme zusammengeschlossen haben: Das Nationale dänische Vokalensemble sowie der Nationale dänische Konzertchor. Unter Leitung des erfahrenen Chordirigenten Marcus Creed, der seit 2014 auch als Leiter des erstgenannten Chores fungiert, entfalten die Sängerinnen und Sänger einen für Messiaens Werke essentiellen, ebenso homogenen wie transparenten Klang. Ebenso überzeugen die großartigen Chorsolisten.

Die Aufnahme vereint neben dem zentralen Chorwerk Messiaens, den Cinq Rechants für 12 Solostimmen aus dem Jahr 1948 und Messiaens bekanntem frühen O sacrum convivium! auch die Trois petites liturgies de la Présence divine in ihrer ursprünglichen Fassung für 18 Sopranstimmen, 16 Solostreicher, Klavier, Ondes Martenot, Celesta, Vibraphon und Schlagwerk. Dieses rund halbstündige Triptychon besticht durch den großen Farbenreichtum der Partitur, die für Messiaen so charakteristische Verwendung verschiedener Vogelstimmen, Anklänge an balinesische Gamelan-Musik und seine zuweilen geradezu ekstatische Klangwelt. Die Cinq Rechants – als letzter Teil von Messiaens Tristan-Trilogie entstanden, zu der auch sein Liederzyklus Harawi sowie die berühmte Trangalîla-Symphonie zählen – beeindrucken wiederum durch ihre spezifische Klangwelt mit mystischen Unisoni, Sprechpassagen und rhythmischer Kraft.
Die exzellente Tontechnik tut ein Übriges, um die außerordentlichen Qualitäten der Sänger hervorzuheben. Die Booklettexte sind von gewohnt hohem Informationsgehalt.
Heinz Braun(25.05.2015)

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